Ätherische Öle – Essenzen für Körper und Seele

Fast jeder hat schon mal ein ätherisches Öl benutzt. Die meisten verwenden sie für Duftlampen, doch sie können viel mehr. Ätherische Öle haben eine wohltuende und ganzheitliche Wirkung auf das körperliche und seelische Wohlbefinden. In nur einem Tropfen enthalten sie ein sehr hohes Wirkpotenzial. Ihre starke Wirkung beruht auf der Zusammensetzung der Öle. Ätherische Öle sind nicht mit Parfüm- oder Duftölen zu verwechseln, welche nur duften und sonst keinerlei Wirkung haben.

Vertrauen sie auf die Kraft ätherischer Öle. Die Anwendung von Duftstoffen hat eine Jahrtausend alte Tradition. Früher wurden Pflanzen zu medizinischen als auch religiösen Zwecken genutzt. Das Wissen aus dem alten Ägypten bildet die Basis für die heutige Aromatherapie. In Indien beinhaltet das Ayurveda noch heute die Lehre der Pflanzen. Auch die traditionell chinesische Medizin (TCM) kombiniert pflanzliche Medikamente mit Akupunktur.

Zusammensetzung

Ätherische Öle sind Pflanzenextrakte, die aus einem oder mehreren Bestandteilen, bis zu 500 verschiedenen, von Sträuchern, Blumen, Früchten oder Bäumen gewonnen werden. Zur Herstellung eines Liters Rosenöl werden zum Beispiel 10 Tonnen Rosen benötigt. Von einer Pflanze enthalten sie die sekundären Pflanzenstoffe, die zum Beispiel zur Abwehr oder zur Anlockung dienen. Ätherische Öle enthalten somit das wahre Wesen einer Pflanze. Ihre hohe Konzentration macht sie so wirksam. Sie haben sogar die höchste Konzentration der Wirkstoffe in der Naturkosmetik. Jedes Öl hat seine spezifische Zusammensetzung, die auch Anwendungsmöglichkeiten und Haltbarkeit bestimmt.

Gewinnung

Es gibt verschiedene Methoden um ein ätherisches Öl zu gewinnen, dazu zählen zum Beispiel die Kaltpressung oder die Lösungsmittel-Extraktion. Je nach Herstellung und Verwendung werden nur einzelne Pflanzenteile, wie Stängel oder Blätter verwendet. Die bekannteste und am häufigsten verwendete Methode ist allerdings die Dampfdestillation. Hierbei wird das Pflanzenmaterial im Wasserdampf erhitzt und so die kleinsten Moleküle herausgelöst, das ätherische Öl, welches rein und stabil ist. Bei dieser Methode entsteht neben dem ätherischen Öl, welches die öllöslichen Wirkstoffe der Pflanze enthält, noch das sogenannte Hydrolat. Im Hydrolat befinden sich die wasserlöslichen Wirkstoffe, die das Produkt mechanischer Auspressung sind.

Wege der Öle

Es gibt verschiedene Wege auf denen ätherische Öle in den Körper gelangen können. Sie können direkt auf die Haut aufgetragen, inhaliert oder eingenommen werden. Ätherische Öle können problemlos die Hautbarriere durchschreiten. Direkt auf die Haut aufgetragen gelangen sie so in den Blutkreislauf. Ihre volle Wirkung entfalten sie ungefähr 15-20 Minuten später. Ätherische Öle die in einer Massage verwendet werden können nach dieser Zeit im Urin der behandelten Person nachgewiesen werden. Wer sich selbst von der tiefen Wirkung überzeugen möchte, der sollte seine Fußsohle mit einer Knoblauchzehe einreiben, den Knoblauchgeschmack werden sie später auf der Zunge spüren.

Ein weiterer Weg ist die Inhalation ätherischer Öle, hierbei dringen sie entweder über die Lungen in den Blutkreislauf ein oder werden über das Nervensystem an das limbische System weitergeleitet. Das limbische System ist ein Teilabschnitt des Gehirns und setzt sich aus mehreren Strukturen zusammen. Es ist für viele Prozesse in unserem Gehirn mitverantwortlich und ist das Zentrum unserer Gefühle und Erinnerungen.

Wirkung

Ätherische Öle haben eine psychische und körperliche Wirkung. Psychisch gesehen fördern sie das Wohlbefinden und die Lebensqualität in dem sie Stress abbauen, befreien und harmonisieren. Beruhigende Öle können für Entspannung sorgen, anregende Öle können hingegen aktivieren und erheitern.

Die körperliche Wirkung der ätherischen Öle auf der Haut kann erwärmend oder kühlend, belebend und erfrischend oder auch pflegend und regenerierend sein.

Auch der Geruchssinn wird angesprochen. Dies führt zu einer Sinneswahrnehmung, mit verbundenen Nebeneffekten, wie Gefühlseindruck, Erinnerung, reflektorische Beeinflussung verschiedener Körperfunktionen und anderem. Die Duftwirkungen reichen von erheiternd, vitalisierend, harmonisierend, über entspannend bis erdend.

Anwendung

Ätherische Öle sind starke Konzentrate, die meisten davon haut- und schleimhautreizend. Aus diesem Grund dürfen sie nicht pur angewendet werden, ein Kontakt mit den Augen und Schleimhäuten darf nicht stattfinden. Zur Hautpflege sollte das ätherische Öl immer mit einem Basisöl, wie Mandelöl, gemischt werden. Dosieren Sie nach dem Prinzip weniger ist mehr, da es sich um Konzentrate handelt und einige ihren Duft erst nach Verdünnung richtig entfalten.

Allgemeines

Ätherische Öle variieren sowohl in der Qualität als auch im Preis stark. Beim Kauf sollten Sie auf die Bezeichnung „100 naturrein“ achten, nur dies sind komplett naturbelassene, qualitativ hochwertige Öle. Bis auf wenige Ausnahmen, wie die Zitrusöle, sind ätherische Öle mehrere Jahre haltbar. Sie sollten immer kindersicher aufbewahrt werden. Ansonsten ist darauf zu achten, dass sie lichtgeschützt und an einem kühlen Ort stehen, abseits von Wärmequellen. Ätherische Öle sind leicht entflammbar und sollten daher nicht in die Nähe von offenem Feuer (Kamin) gebracht werden. Besondere Vorsicht muss bei Schwangeren, Babys und Kleinkindern herrschen. Hier darf nicht jedes ätherische Öl verwendet werden. Informieren sie sich vorher genau. Die Angaben der Hersteller bezüglich Verwendungszweck und Dosierung sollten immer eingehalten werden, da sonst Nebenwirkungen oder sogar Vergiftungen auftreten können. Von der innerlichen Einnahme ist abzuraten. Nach Ablauf des Haltbarkeitsdatums sind die Öle nicht mehr zur Anwendung auf der Haut geeignet, für Duftlampen können sie aber noch bedenkenlos eingesetzt werden. Ätherische Öle sind nicht wasserlöslich, lösen sich aber in Fett, zum Beispiel Pflanzenölen, und Alkohol. Im Gegensatz zu Pflanzenölen, Basis- und Samenölen, verdunsten sie rückstandsfrei und hinterlassen keinen Fettfleck auf Papier.

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