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Juice Cleanse Erfahrungsbericht – Detox für Haut und Körper?

Detox ist zur Zeit absoluter Trend. Wo man hinschaut gibt es Detox Tee, Säfte, Kuren, Produkte. Und es stimmt auch: Unser Körper, vor allem unsere Haut als größtes Organ ist täglich vielen unterschiedlichen Umwelteinflüssen ausgesetzt. Hier gegenzusteuern erscheint auf den ersten Blick sinnvoll – aber wieviel bringt es wirklich?

Das hochwertige Hautpflegeprodukte sinnvoll sind, steht außer Frage und wurde von uns ja auch schon mehrmals ausführlich dargestellt. Eine gute Pflege ist vor allem Prävention und hilft der Haut, ihre Hauptaufgabe – die Schutzfunktion – wahrzunehmen. Eine gesunde Haut schützt uns vor einer Vielzahl schädlicher Umwelteinflüße. Aber wie sieht es unter der Haut aus?

Juice Cleanse Detox

Ich habe den Selbstversuch gewagt und einen 3-tägigen Juice Cleanse gemacht. Konkret heisst das, drei Tage auf feste Nahrung zu verzichten und nur Säfte, Tee und Wasser zu mir zu nehmen. Die Säfte sollen den Körper während der Zeit mit den wichtigen Nährstoffen und minimal notwendigen Kalorien versorgen, während der „Entzug“ an sich entgiftet und vor allem der Verzicht auf Koffein & Co. quasi einen „Reset“ auslöst. Optimal nach der Weihnachtszeit und den Feiertagen. Der Plan sieht vor, drei Tage lang ca. alle zwei Stunden einen von fünf unterschiedlichen Säften zu trinken. Grüne Säfte mit Grünkohl, Spinat, Selerie, Ingwer, Rote Säfte mit roter Beete, Karotte, Zitrone, gelbe Säfte mit Zitrone und Cayenne, Apfel & Minze und abends einen „Sattmacher“ mit Cashew, Zimt, Vanille und Datteln. Die Säfte haben zwischen 0,33 und 0,5l – so ganz ist sich das Etikett da wohl nicht einig, denn alle Flaschen sind gleich groß und dick. Dazwischen ist es wichtig, viel Wasser und Tee zu trinken.

Vorbereitung

Schon vorab gibt es eine umfangreiche Liste von Do’s & Dont’s. Ich lerne schnell: Eine gute Vorbereitung ist die halbe Miete, besonders um die drei Tage nicht zu hart werden zu lassen. Von 100 auf 0 erscheint mir auch nicht besonders erstrebenswert. Also halte ich mich daran und fahre schon in den Tagen vor dem Start des Juice Cleanse den Konsum von Fleisch, leeren Kohlenhydraten und Kaffee deutlich herunter. Als ich während dieser Zeit einen Blick auf die möglichen Nebenwirkungen werfe – unter anderem Kopfschmerzen, Kälte und schwacher Kreislauf – zweifle ich kurz ob der Entschluss die beste Idee war aber beschließe, den Cleanse durchzuziehen.

Der erste Tag

Morgens kommen die Säfte, werden per Overnight Kurier geliefert. 18 Flaschen im Kühlschrank von denen ich täglich vier mit in’s Office nehme. Den ersten grünen Saft gibt es morgens im Zug. Schmeckt eigentlich nicht schlecht, fühle mich direkt vital. Ahne hier bereits schon, dass dauerhaft kalte Säfte zu trinken im Januar tatsächlich sportlich werden könnte. Die Stimmung ist gut.
Nach den ersten Stunden im Büro gibt es den zweiten Saft, der tatsächlich sehr gut schmeckt, Ananas, Apfel und Minze. Den könnte ich mir auch im Sommer vorstellen. Hunger habe ich eigentlich keinen, auch nicht nach dem dritten Saft. Positiver Nebeneffekt: Neben dem Frühstück spare ich mir auch die Mittagspause und bin so automatisch produktiver. Nicht ganz unproblematisch gestaltet sich der Verzicht auf Kaffee. Ich merke bewusst, wie unbewusst ich das sonst mache. Ebenfalls nicht ganz unproblematisch ist der soziale Aspekt. Wenn mittags alle gemeinsam essen sitze ich bestenfalls bei einem Wasser daneben. Erkläre wahlweise gebetsmühlenartig, wie der Juice Cleanse funktioniert oder starre auf die Pasta. Richtigen Hunger habe ich indes nicht. Die in den Nebenwirkungen beschriebene Kälte allerdings merke ich schon. Diese ist ein Resultat aus einem eher schwacheren Kreislauf und den kalten Säften. Immerhin lässt sich hier mit heißen Kräutertees ganz gut gegensteuern. Auch der vierte und fünfte Saft am Nachmittag bzw. auf der Rückfahrt schmecken ganz gut. Insgesamt fühle ich mich eigentlich gut und ahne, dass ich abends werde gut schlafen können. Der sechste Saft am Abend macht tatsächlich satt und schmeckt gut. Nach 0,5l Cashew und Zimt reicht es dann aber auch.

Der zweite Tag

Nach dem Aufstehen gibt es erstmal einen Tee um den Kreislauf in Gang zu bringen. Danach im Zug wieder den ersten (grünen) Saft. Hunger habe ich (erstaunlicherweise) weiterhin keinen. Dafür ab mittags: Kopfschmerzen. Die Migräne ist (vermutlich) dem Koffeinentzug geschuldet, was sie aber nicht angenehmer macht. Ich möchte eigentlich nichts nehmen, da ich aber auch arbeiten muss, entschließe ich mich zu einer Ibuprofen, welche die Symptome etwas mildert. Insgesamt aber eher keine so tolle Erfahrung. Die Säfte schmecken weiterhin gut, es ist gefühlt nicht mehr ganz so kalt wie am ersten Tag, ich trinke regelmässig heissen Tee zwischendurch. Die Säfte schmecken weiterhin ganz gut eigentlich. Ich habe allerdings schon so eine Vorahnung, dass ich nach dem Cleanse erstmal ein längeres Weilchen keine Säfte mehr sehen kann 🙂

Der dritte Tag

2/3 geschafft und erstaunlicherweise bisher kein Mal richtiges „Magenknurren“ gehabt. Die Kopfschmerzen sind am dritten Tag weg, was angenehm ist. Meine Muskeln spielen mir allerdings Streiche, was die Nacht nicht so angenehm gemacht hat. Ich beschliesse, dennoch durchzuziehen und bis zum nächsten Morgen weiterhin nichts zu essen. Die sechs gleichen Säfte wie an Tag 1 und 2 schmecken an Tag 3 zwar immer noch, aber ich freue mich auch schon irgendwie auf ein (gesundes) Frühstück. Die Zeitersparnis morgens, mittags und abends ist gefühlt einer der größten Vorteile 😉

Fazit

Finisher! Geschafft! Alle Säfte weg, ein leichtes Frühstück am ersten Tag nach dem Juice Cleanse und ich bin direkt nach einem Brötchen satt.
Fühle ich mich jetzt gesund, gedetoxed, als ob ich schweben könnte? Um ehrlich zu sein: Eigentlich nicht. Ich ernähre mich sonst allerdings auch nicht wirklich ungesund. Eher bewusst, bis auf zu viel Kaffee. So einen richtig merklichen Unterschied zu vor-dem-Cleanse kann ich also nicht feststellen. Aber ein gutes Gefühl bleibt schon irgendwie. Einerseits, dass ich viele gesunde Vitamine zu mir genommen habe, andererseits vor allem aber, dass es mir gelungen ist, bewusst und ohne (nennenswerte) größere Probleme so lange zu verzichten auf alles, was für mich sonst gewöhnlich ist. Das ist für mich eine gute, auch beruhigende Erkenntnis.

Meine Haut hat die Tage übrigens auch gut überstanden. Bei den Nebenwirkungen und auch im Netz hatte ich vorab gelesen, dass einige mit Hautproblemen, -irritationen, roten Stellen und dergleichen zu kämpfen haben. Das war bei mir nicht der Fall, allerdings pflege ich mich auch gut. Für Notfälle und Hautirritationen während eines Juice Cleanse würde ich den SENSIDERM SOS BALM von Dr. Schrammek empfehlen, erste Hilfe für genau solche Fälle.

Den Cleanse kann man übrigens auch länger als drei Tage machen, allerdings soll der Grenznutzen dabei stark abnehmen. Und für die richtigen Profis gibt es auch Varianten mit nur grünen Säften – wer macht das denn? 😉 Teilt eure Erfahrungen! Habt ihr auch schon einen Juice Cleanse gemacht oder es vor? Wie ist es euch ergangen?

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