Öle in der Kosmetik

Hochwertige Öle sind essentiell für alle Beauty Produkte, die reichhaltig pflegen und glättend wirken sollen. Vor allem reife Haut kann von Ölen profitieren, denn die Haut wird mit zunehmendem Alter trockener und verliert an Spannkraft. Öle sind in der Lage, die Hautbarriere zu stärken und verhindern, dass die Haut austrocknet. Denn auch die Haut weist einen hohen Anteil diverser Lipide auf. Das Hautfett (Sebum) setzt sich aus Triglyceriden, Fettsäuren, Wachsen, Squalen, Cholesterin und Cholesterinestern zusammen. Wobei vor allem die Triglyceride des Sebums den fetten pflanzlichen Ölen ähneln. Auch sind weiterhin die hauptsächlichen Bestandteile der Zellmembran z.B. Omega-3 und- 6 Fettsäuren (FS).

Pflanzenöle, die reich an diesen Bestandteilen sind, haben entsprechend eine hohe Affinität zur Haut. Sie ziehen sehr gut in die oberen Hautschichten ein und aktivieren die Hautfunktionen von innen heraus. So unterstützen sie positiv das Abwehrsystem, regenerieren die Haut und führen zu einem deutlich besseren Hautzustand.

Nicht verwunderlich ist es daher, dass Öle die ältesten pflegenden Kosmetika darstellen. Sie sind vielseitig in der Wirkung, wobei vor allem die unterschiedlichen enthaltenen Fettsäuren viele regulatorische Funktionen des Körpers und der Haut wahrnehmen. Essentielle Fettsäuren spielen dabei eine besondere Rolle, da sie vom Körper nicht selbst produziert werden können und von außen zugeführt werden müssen.

Defizite dieser Fettsäuren können z.B. trockene, empfindliche Haut, Schuppenflechte und entzündliche Prozesse fördern. In Pflanzenölen sind ca. 30 Fettsäuren vertreten, wobei einige besonders hervorzuheben sind:

  • Palmitinsäure – ist Bestandteil der Hautbarriere und ist eine gesättigte Fettsäure, die sehr stabil gegenüber Oxidation ist. Sie ist in hohen Konzentrationen in z.B. Avocado- und Weizenkeimöl, Amaranthöl (ca.15%), Arganöl (ca.10%) enthalten.
  • Stearinsäure – eine Komponente des Stratum Corneums (der obersten Hautschicht), aber in geringeren Konzentrationen als die Palmitinsäure. Sie ist in Pflanzenölen auch nur in geringen Mengen enthalten, z.B. Sonnenblumenöl (ca. 5%) und wirkt hautschützend.
  • Palmitoleinsäure – ist in Avocado-, Sanddorn- und Macadamiaöl enthalten und hat als hauteigenes Lipid sehr gute Pflegeeigenschaften.
  • Ölsäure – ist sehr verbreitet in z.B. Amaranthöl (ca. 25-30%), Aprikosenkernöl (ca. 60%), Arganöl (ca. 40%), Mandelöl (ca. 60%). Sie lässt sich sehr gut verteilen und gilt als Penetrationsverstärker (d.h. verbessert die Wirkstoffaufnahme) für Wirkstoffe.
  • Linolsäure – diese essentielle FS (auch Omega-6-FS) ist ein wichtiger Bestandteil des Ceramids der Hautbarriere. Ohne Linolsäure wird die Haut schuppig. Enthalten ist sie z.B. in Distelöl (ca. 80%), Amaranthöl (ca. 25-30%), Mandelöl (ca. 20%).
  • Gamma-Linolensäure – diese essentielle FS hat gute entzündungshemmende Eigenschaften und wird daher oft in Präparaten für Neurodermitiker eingesetzt. Sie ist in hohen Konzentrationen z.B. in Nachtkerzenöl enthalten
  • Alpha-Linolensäure – eine essentielle FS (auch Omega-3-FS), die wohltuend bei Verbrennungen und Hautrötung wirkt. Leider ist sie aber sehr empfindlich gegenüber Luftsauerstoff und oxidiert schnell. Daher wird sie wenig verwendet. Leinöl und Hagebuttenöl sind Träger dieser Fettsäuren

Prozentuale Anteile bezogen auf Gesamtfettsäuregehalt (ca. Angaben)

Vor allem die ungesättigten Pflanzenöle mit ihren hautverwandten Komponenten und unterstützenden Eigenschaften haben jedoch den Nachteil, dass sie empfindlich gegenüber Luftsauerstoff sind. Sie müssen durch Antioxidantien stabilisiert werden, da sie sonst schnell altern, was sich durch die Ausbildung von Säuren bemerkbar macht und Geruchsveränderung nach sich zieht (Öle werden ranzig!).

Synthetische Öle, z.B. Paraffinöle, haben in diesem Punkt einen klaren Vorteil: sie sind extrem stabil gegenüber Oxidation und mikrobieller Veränderung und quasi unbegrenzt haltbar. Weiterhin haben sie durchaus auch kurzfristige glättende Eigenschaften. Die Haut regenerieren oder ihre natürliche Physiologie unterstützen können Paraffinöl und Silikone allerdings nicht.

Neben dem Fettsäurespektrum kennzeichnet alle Öle ein gewisses Spreitverhalten, welches vor dem Einsatz in Kosmetika genau betrachtet werden muss. Als Spreitverhalten wird die Verteilung und das Einziehen von Ölen auf der Haut bezeichnet. Denn es gibt Öle, die relativ dünnflüssig sind (eine niedrige Viskosität haben) und gleichzeitig eine geringe Oberflächenspannung besitzen (z.B. Silikonöle oder Isopropylmyristat). Solche Öle breiten sich schneller aus als dickflüssige Öle, d.h. sie spreiten schneller. Aufgrund dessen sollten solche Öle z.B. nicht in Pflege für den Augenbereich eingesetzt werden. Sie „kriechen“ quasi ans Auge und können Tränen oder Rötungen verursachen. Besser geeignet sind Öle wie die Sheabutter, denn sie ist hochviskos und spreitet nur langsam. 

Bei Ölen denkt man häufig an Glanz, Klebrigkeit und Schwere – werden die Öle in Kosmetika richtig kombiniert stellt sich aber weder Glanz, noch ein klebender Effekt oder ein Gefühl der Schwere ein. Rezepturen mit vor allem trockenen Ölen wie Argan-, Macadamianuss- und Wiesenschaumkrautöl fühlen sich leicht auf der Haut an.

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