Vitamine für eine gesunde und vitale Haut

Vitamine sind gesund! Egal ob in Obst und Gemüse, Fleisch und Fisch oder auch in der Hautpflege – sie sind echte Power-Wirkstoffe, die wir zum Leben brauchen. Doch was können Vitamine eigentlich wirklich und welches Vitamin hat welche Wirkungen? Hier findet ihr die Antworten:

Kleine Menge, große Wirkung

Vitamine sind organische Verbindungen, die der Organismus für lebenswichtige Funktionen benötigt. Sie sind an zahlreichen Reaktionen des Stoffwechsels beteiligt. Vitamine stärken das Immunsystem und sind unverzichtbar beim Aufbau von Zellen, Blutkörperchen, Knochen und Zähnen. Jedes einzelne Vitamin erfüllt bestimmte Aufgaben. Der Körper kann nur wenige dieser Stoffe selbst herstellen z.B. Niacin. Vitamin D kann er nur mit ausreichender Sonnenstrahlung selbst herstellen (Photosynthese). Alle weiteren Vitamine müssen mit der Nahrung aufgenommen werden.

Sie werden unterteilt in fettlösliche (lipophile) und wasserlösliche (hydrophile)Vitamine. Zu den fettlöslichen Vitaminen gehören A, D, E und K. Zu den wasserlöslichen Vitaminen zählen die B-Vitamine (B1, B2, B6, Niacin, Pantothensäure, Folsäure, Biotin und B12) sowie das wichtige Vitamin C.

Vitamine in der Hautpflege

Vitamin A (Retinol) ist ein wahrer Power-Wirkstoff. Er ist für die Hautbildung von Bedeutung und der „Goldstandard“ der Faltenglättung, steigert die Zellregeneration und die Hautelastizität. In der Haut wird Vitamin A in Vitamin A-Säure umgewandelt, löst die oberste Hautschicht und regt die Produktion neuer Hautzellen an. Liegt ein Mangel an Vitamin A vor, kann die Haut schuppig werden und Fältchen entstehen. Vitamin A ist sauerstoffempfindlich und sollte daher in Kosmetika nicht am Tag bei praller Sonneneinstrahlung verwendet werden. Zu hohe Konzentrationen an Vitamin A in Kosmetik können Hautreizungen auslösen.

Vitamin D kann schützend auf diverse Organe wirken und beugt Erkrankungen vor, denn ein niedriger Vitamin-D-Spiegel hat einen umfassenden Effekt auf das Immunsystem und die Gesundheit der Haut. Vitamin-D-Mangel spielt z.B. bei Neurodermitits (atopisches Ekzem), Schuppenflechte (Psoriasis) oder Weißfleckenkrankheit (Vitiligo) eine signifikante Rolle. Daher werden diese Erkrankungen in der Dermatologie  auch mit UVB-Strahlen behandelt. Sie werden von der Haut für die Vitamin-D- Synthese benötigt.

Vitamin E (Tocopherol) ist ein natürliches Antioxidans. Ein Antioxidans hat die Aufgabe, freie Radikale auszuschalten und auf diese Weise z.B. die Haut vor Hautalterung und Entzündungen zu schützen. Freie Radikale sind Moleküle, die die Zelle schädigen können. Besonders gut erforscht ist das Alpha-Tocopherol. Es ist antioxidativ sehr wirksam, wobei Tocotrienole, die auch zu Vitamin E gezählt werden – im Hinblick auf die antioxidative Wirkung – teilweise noch bis zu 40 Mal wirksamer sein können.

Vitamin K kommt in zwei natürlichen Formen (Vitamin K1 und K2) vor. Vitamin K1 wird größtenteils durch pflanzliche Nahrung aufgenommen, während Vitamin K2 von Darmbakterien wie z. B. Escherichia coli gebildet wird. Für die Haut ist Vitamin K wichtig zur Stabilisierung des oberflächlichen Kapillarsystems und zur Straffung der Haut. Daher kann Vitamin K auch bei Rosacea und Couperose angewandt werden.

Vitamin B3 (Niacinamide) ist nicht nur wichtig für den Stoffwechsel, sondern hat positiven Einfluss auf die Haut. Dieser beruht in erster Linie auf einer Verbesserung der Hautstruktur. Basierend auf unterschiedlichen Stoffwechselprozessen beeinflusst es u.a. die Barrierefunktion und verbessert dadurch trockene Hautzustände. Reife Haut profitiert von Vitamin B3, da es die Kollagenproduktion stimuliert. Dadurch erreichen Pflegeprodukte mit Vitamin B3 auch eine Antifaltenwirkung. Niacinamid reduziert zudem übermäßige Sebumproduktion und wirkt antientzündlich z.B. bei Akne. Darüber hinaus zeigt Vitamin B3 auch Wirkung bei ungleichmäßiger Pigmentierung.

Vitamin B5 (Pantothenate)  ist eine Vitaminvorstufe. In der Haut wird Panthenol zu Pantothensäure umgewandelt. Panthenol ist an regenerativen Stoffwechselprozessen der Haut beteiligt. Der seit Jahrzehnten eingesetzte Wirkstoff verbessert das Feuchthaltevermögen der Haut und fördert ihre Elastizität. Eine weitere Eigenschaft ist die Stimulierung der Epithelisierung (Neubildung der Hautzellen). Es wirkt dem bei empfindlicher Haut häufig vorliegendem Juckreiz und auch Entzündungen entgegen.

Vitamin B6 (Pyridoxine) kommt in Hefe, Eiern und, Milch sowie Samen und Nüssen vor. Ein Mangel an Pyridoxin führt z.B. zu unreinen Hautauschlägen und Störungen des Haarwachstums. Es ist schlecht löslich und wird daher wenig in Kosmetik eingesetzt.

Vitamin B7 (Biotin) ist ein wichtiger Baustein, den unser Körper für gesunde Haut, Haare und Fingernägel benötigt. Außerdem ist es an Stoffwechselprozessen (Fett-, Eiweiß- und dem Kohlenhydratstoffwechsel) beteiligt.  Die alte Bezeichnung „Vitamin H“ signalisiert seine Bedeutung für die Haut. Sein Mangel führt zu Wachstumsstörungen der Haare, der Nägel und der Haut.

Vitamin C ist an der Biosynthese und an der Quervernetzung des Kollagens beteiligt, aber auch an vielen anderen Stoffwechselleistungen. Hauptaufgaben in Kosmetika sind:

  • Faltenreduzierung und Verbesserung lichtgeschädigter Haut durch die Stimulierung der Kollagensynthese
  • Schutz vor lichtbedingter und oxidativer Hautalterung durch die antioxidative Wirkung
  • Schutz vor Hyperpigmentierungen und aufhellende Wirkung bei Pigmentflecken durch die Hemmung der Tyrosinase-Aktivität
  • Antibakterielle Wirkung durch Inhibierung von schweißzersetzenden Bakterien

Vitamin C ist aber sehr instabil, weshalb in Kosmetika meistens speziell stabilisierte Formen eingesetzt werden.

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