Heutzutage gibt es kaum ein wichtigeres Thema in der Kosmetikbranche als Anti-Aging. Innovative Formulierungen und Wirkstoffe haben dazu geführt, dass den Kosmetiker*innen effektive, konzentrierte Lösungen und neue sowie bewährte Wirkstoffe zur Verfügung stehen, um die Zeichen der Hautalterung zu bekämpfen und zu verlangsamen. Herausragende Evergreens sind u.a. Retinol, Hyaluronsäure oder Co-Enzym Q10, die allein verwendet bereits eine sehr gute Effektivität aufweisen, aber auch in Kombination synergistische Effekte haben.
Hautpflege mit Retinol erfreut sich wegen seinen hauterneuernden Eigenschaften immer größerer Beliebtheit. Dabei handelt es sich um einen altbekannten Wirkstoff in der Kosmetik.
Warum ist Retinol so beliebt? Weil Retinol und seine Derivate (Abkömmlinge) in ihrer klinischen Wirksamkeit wissenschaftlich sehr gut erforscht ist. Man spricht daher auch vom sogenannten „Goldstandard“ im Anti-Aging Bereich. Retinol wird häufig mit Vitamin A gleichgesetzt, dabei ist das nicht ganz korrekt. Vitamin A ist ein Überbegriff für eine Gruppe von Verbindungen, die als Retinoide bekannt sind. Dazu gehören im kosmetischen Bereich beispielsweise Retinol, Retinaldehyd oder Derivate wie das Retinylpalmitat, die allesamt verschiedene biologische Aktivitäten haben.
Anti-Aging Konzentrate enthalten Retinol & Co. vor allem
- zur glättenden Anti-Falten Wirkung
- zum Aufbau der Hautstruktur
- zur Bildung neuer Hautzellen
- zur boostenden Wirkung der gewebestützenden Elastin- und Kollagenfasern
Retinol & Co. können zu Hautreizungen, Rötungen oder Schuppung führen und dürfen daher nur in begrenzter Konzentration in Kosmetika eingesetzt werden. Es ist ratsam, bei empfindlicher Haut auf Derivate zurückzugreifen, die sanfter wirken. In Deutschland wurde aus Sicherheitsgründen ein Warnhinweis eingeführt, der auf Produkten zukünftig zu finden sein wird: „Enthält Vitamin A. Berücksichtigen Sie Ihre tägliche Aufnahme vor der Anwendung.“ Dieser Hinweis zielt darauf ab, eine Überdosierung von Vitamin A zu verhindern, da zu hohe Mengen im Körper unerwünschte Nebenwirkungen verursachen können. Um Irritationen zu vermeiden, sollte die Haut langsam an Retinol gewöhnt und stets ein Sonnenschutz angewendet werden.
Bakuchiol, ein Wirkstoff aus den Samen der indischen Babchi-Pflanze, wird daher zunehmend als wirksame und verträgliche Alternative zu Retinol in Anti-Aging-Produkten verwendet. Bakuchiol hat Anti-Falten, antioxidative und entzündungshemmende Effekte und unterstützt den Aufbau von Kollagen in der Haut. Es hemmt zudem schädigende Enzyme (Matrixmetalloproteinasen), die zum Abbau von Hautstrukturen und somit zu sichtbaren Altersanzeichen führen. In-vitro-Studien bestätigen eine Verbesserung der Kollagenstimulation und die Regulierung der Genvielfalt, die bei der Bildung und Erhaltung des stützenden Hautgewebes beteiligt ist. Obwohl Bakuchiol und Retinol strukturell unterschiedlich sind, zeigen sie ein ähnliches Wirkspektrum. In vivo-Studien haben gezeigt, dass bereits eine Konzentration von 0,5% Bakuchiol eine deutliche Verbesserung von Linien, Falten, Pigmentierung, Elastizität und Hautfestigkeit sowie eine Reduzierung von UV-Schäden zeigt.
Für maximale Anti-Aging-Effekte kann es besonders effektiv sein, Retinol und andere Anti-Aging Wirkstoffe in Kombination zu verwenden, da sie sich in ihren Wirkmechanismen ergänzen.
Die antioxidativen Eigenschaften z.B. von Co-Enzym Q10 können dazu beitragen, die Haut vor Irritationen zu schützen. Das Coenzym ist eine natürliche, vitaminähnliche Substanz. Es ist auch bekannt als Ubichinon, ein ubiquitäres Molekül, das in den Zellen unseres Körpers natürlicherweise vorkommt und für die Energieproduktion in den Mitochondrien entscheidend ist. Es aktiviert die Zellenergie und damit gestresste, müde Haut. Ohne die zugeführte Energie würden die Zellen schneller altern. Darüber hinaus ist Co-Enzym Q10 ein starkes Antioxidans, das die Haut vor oxidativem Stress und den schädlichen Auswirkungen freier Radikale, die die Hautalterung vorantreiben, schützen kann.
Mit zunehmendem Alter und durch Umweltbelastungen kann der Gehalt an Co-Enzym Q10 in der Haut abnehmen, was zur Faltenbildung und anderen Anzeichen von Alterung führen kann. Pflege mit Co-Enzym Q10 kann helfen, diesem Verlust entgegenzuwirken.
Auch Hyaluronsäure (HA) ist ein unverzichtbarer Bestandteil in der Anti-Aging-Pflege und kann sehr gute Synergien erzielen. Sowohl Retinol als auch Hyaluronsäure bringen viele Vorteile für die Haut mit sich und sollten Bestandteil der Anti-Aging-Pflegeroutine sein. Als essenzielles Element des Bindegewebes hat HA die besondere Fähigkeit, große Mengen an Wasser zu binden. Diese Eigenschaft erlaubt es der Hyaluronsäure, den Feuchtigkeitsgehalt der Haut zu regulieren und damit ihre Elastizität und Spannkraft zu verbessern. Das Ergebnis ist eine sichtbare Verbesserung der viskoelastischen Eigenschaften und damit die Straffung der Haut. Daneben erzielt dieser herausragende Moisturizer einen sofortigen Frische-Effekt der Haut. Hyaluronsäure ist in unterschiedlichen Formen verfügbar, z.B. niedermolekulare, fragmentierte oder verkapselte Hyaluronsäure, die tiefer in die Hautschichten eindringen und dort ihre Wirkung entfalten.
Die Verbindung effektiver Anti-Aging-Konzentrate ermöglicht somit sehr gute Lösungen gegen die Zeichen der Hautalterung. Letztendlich ist zu betonen, dass eine effektive Anti-Aging-Pflege immer individuell auf die Bedürfnisse der Kund*innen abgestimmt werden muss und auf die korrekte Anwendung und Dosierung geachtet wird.