Hyperpigmentierungen sind ein weit verbreitetes Hautproblem und betreffen Menschen weltweit – besonders häufig jedoch Personen mit dunklerer Haut, da deren Melanozyten stärker auf Reize reagieren. Die dunklen Flecken und ungleichmäßigen Hauttönungen entstehen durch unterschiedlichste Auslöser wie Sonne, Entzündungen oder hormonelle Veränderungen – und können für die Betroffenen emotional sehr belastend sein. In diesem Artikel werden die wichtigsten Ursachen und professionellen Behandlungsmöglichkeiten vorgestellt, die sowohl in der dermatologischen Praxis als auch im Kosmetikinstitut Anwendung finden. Denn durch gezielte Pflege, moderne Wirkstoffe und konsequente Prävention lässt sich das Hautbild oft deutlich verbessern.
Unterschiede zwischen DermatologInnen und KosmetikerInnen: Während DermatologInnen intensivere medizinische Verfahren wie Laser, starke chemische Peelings oder verschreibungspflichtige Cremes einsetzen, arbeiten KosmetikerInnen mit sanfteren, aber dennoch wirksamen Methoden. Diese benötigen zwar mehr Zeit, sind dafür jedoch meist besser verträglich. Idealerweise ergänzen sich beide Ansätze: Medizinische Therapien lassen sich durch kosmetische Behandlungen sinnvoll unterstützen.
Ursachen: Hyperpigmentierungen entstehen durch eine übermäßige Produktion von Melanin in der Haut. Dies erfolgt durch Unterschiedliche Reize:
- Sonneneinstrahlung: durch UV-Strahlung wird als Schutzfunktion des Körpers die Melaninproduktion angeregt. Die entstehende Bräunung schützt die Hautzellen vor Schäden. Es können jedoch auch Sonnenflecken (Lentigines solares) entstehen. UV-induzierte Hyperpigmentierungen treten am häufigsten auf. Vor allem im Gesicht werden sie als deutlich störend angesehen.
- Hormonelle Veränderungen: Schwangerschaft, hormonelle Verhütungsmittel oder bestimmte Medikamente können Melasmen verursachen. Die Ursache bei hormonell bedingten Veränderungen liegt darin, dass Hormone die Melanozyten zu einer stärkeren Aktivität anregen und sie vermehrt Pigment in der Haut ablagern.
- Postinflammatorische Hyperpigmentierung (PIH): Sie entsteht, wenn Entzündungen der Haut bestimmte Botenstoffe freisetzen, die die Pigmentzellen anregen, vermehrt Melanin zu produzieren. Dieses überschüssige Pigment lagert sich entweder in der oberen Hautschicht (Epidermis) oder auch tiefer in der Haut (Dermis) ab, was zu dunklen Flecken führt, die hartnäckig sein können. Ein typisches Beispiel ist entzündliche Akne, insbesondere wenn unsachgemäß an der Haut ausgedrückt wird: sogenannte „Pickelmale können als Folge zurückbleiben.
- Genetische Veranlagung: Manche Hyperpigmentierungen können angeboren oder im Laufe des Lebens erworben werden.
- Hautalterung: Mit zunehmendem Alter kann die Verteilung des Melanins aufgrund verlangsamter Prozesse in der Haut unregelmäßig werden.
Eine Vielzahl an Methoden können Hyperpigmentierungen jedoch reduzieren.
Die Behandlung von Hyperpigmentierungen durch die Kosmetikerin erfolgt mit nicht-invasiven Verfahren, die dennoch eine gute Wirkung haben:
Es kommen z.B. chemische Peelings zur Entfernung abgestorbener Hautzellen und zur Abtragung der Pigmentierungen zum Einsatz. In der Regel werden unterschiedliche Säuren eingesetzt (z.B. AHAs – Alpha Hydroxysäuren). Im Unterschied zu dermatologischen Peelings sind die in der Kosmetik verwendeten Säuren niedriger dosiert. Je dunkler der Hauttyp und je tiefer das Peeling wirkt, desto größer ist jedoch das Risiko für Nebenwirkungen wie postinflammatorische Hyperpigmentierungen (PIH). Ein weiterer Nachteil ist die vorgeschaltete Gewöhnungsphase der Haut (Priming), um Komplikationen zu mindern. Alternativ kann das Abtragen der oberen Hautschicht auch durch mechanische Methoden erfolgen. Natürliche Schälkuren eignen sich hervorragend als Alternative. Sie haben eine tiefgreifende Wirkung gegen angesammeltes Pigment. Durch die Schälung tragen sie die oberste Hautschicht und damit oberflächliches Pigment ab. Anschließend wird die Haut zur Zellneubildung angeregt und durch beschleunigte Regenerationsprozesse von innen heraus gestärkt. Auch eine Mikrodermabrasion – bei der die oberste Hautschicht abgetragen wird – kann zur Behandlung eingesetzt werden. Sie regt die Zellerneuerung an und sorgt für ein gleichmäßigeres Hautbild.
Die LED-Lichttherapie wird in der Kosmetik zunehmend ergänzend eingesetzt – auch bei Hyperpigmentierungen. Erste Berichte deuten darauf hin, dass insbesondere grünes Licht eine aufhellende Wirkung auf dunkle Hautverfärbungen haben könnte, indem es regulierend auf die Melaninproduktion wirkt. Wissenschaftlich belastbare Belege für die Wirksamkeit bei Pigmentstörungen stehen jedoch noch aus.
Vor allem das Mikroneedling mit aufhellenden Wirkstoffen können sowohl KosmetikerInnen als auch DermatologInnen anwenden. Der Unterschied liegt in den Eindringtiefen der Nadeln. Durch die zahlreichen winzigen Nadeln wird die Kollagenproduktion angeregt und aufhellende Wirkstoffe werden besser in die Haut eingebracht.
Auch Produkte mit aufhellenden Wirkstoffen stehen zur Verfügung, allein oder als begleitende Heimpflege bei einer Kombination mit einer der genannten Methoden. Allgemein ist die Pigmentbildung (Melanogenese) ein vielschichtiger Prozess. Die Erfahrung zeigt, dass der Behandlungserfolg umso größer ist, wenn die unterschiedlichen Prozesse der Pigmentbildung gleichzeitig angegangen werden. Im optimalen Fall wirken Produkte bereits vor der Melaninsynthese (Tyrosin-Transkription), währenddessen (Tyrosinasehemmung) und auch danach (Hemmung der Verteilung von Melanin an die umliegenden Zellen, Abbau von Melanin). Ergänzend sollte auf eine antiinflammatorische Komponente geachtet werden, da entzündliche Prozesse eine zentrale Rolle bei der Entstehung vieler Hyperpigmentierungen spielen – ihre Mitbehandlung kann den Gesamterfolg deutlich verbessern.
Im Fokus stehen Wirkstoffe, deren Einsatz unbedenklich ist und deren Wirksamkeit in in-vitro und/oder in-vivo Studien nachgewiesen wurde. Z.B. Vitamin C, Azelainsäure-Derivate, Niacinamid (Vitamin B3) und das Enzym Lignin-Peroxidase (LiP). Weitere Wirkstoffe sind ebenfalls effektiv, aber für den Einsatz in der Kosmetik umstritten. Kojisäure kann Hautirritationen auslösen und ist in der Schweiz bereits verboten. Bei Tranexamsäure ist bei Gehalten über 1 % eine arzneiliche Funktion nicht auszuschließen, was die Abgrenzung zum Pharmazeutikum erschwert und den Einsatz in der Kosmetik einschränkt.
DermatologInnen hingegen haben Zugang zu invasiven Verfahren und verschreibungspflichtigen Wirkstoffen, um Hyperpigmentierungen zu mindern:
Bei medizinischer Pflege zur Hautaufhellung werden verschiedene Arzneistoffe eingesetzt. Vor allem Hydrochinon und Retinoide (z.B. Tretinoin), aber auch Arbutin, Kojisäure, Tranexamsäure und Azelainsäure finden Anwendung. Je nach Wirkstoff und Konzentration kann es mitunter zu Hautreizungen kommen, worüber Patienten gut aufgeklärt werden müssen. Medizinische chemische Peelings sind bewährte Behandlungsverfahren bei Hyperpigmentierungen. Dabei kommen höher dosierte Säuren wie Glykolsäure, Trichloressigsäure (TCA) oder kombinierte Peelinglösungen zum Einsatz. Diese lösen gezielt die oberen Hautschichten ab, fördern die Zellerneuerung und unterstützen den Abbau überschüssigen Melanins. Der aufhellende Effekt tritt meist schneller ein als bei kosmetischen Peelings, allerdings sind stärkere Reizungen, Schälprozesse oder Ausfallzeiten möglich. Die Wahl des Peelings sollte individuell auf Hauttyp und Pigmentart abgestimmt werden und gehört in die Hand medizinischen Fachpersonals.
Medizinische Lasertherapien zielen darauf ab, überschüssiges Melanin gezielt zu zerstören oder den Abbau zu fördern. Je nach Lasertyp wird das Pigment durch kurzwelliges Licht erhitzt und vom Körper abgebaut (z. B. gepulste Pigmentlaser wie Q-switched Nd:YAG). Andere Verfahren (z.B. fraktionierter Thulium-Laser), erzeugen mikrofeine Kanäle in der Haut, fördern die Zellerneuerung und ermöglichen das gezielte Einschleusen aufhellender Wirkstoffe. Die Wahl des Lasers hängt vom Hauttyp, der Tiefe der Pigmentierung und der Art der Hyperpigmentierung ab.
Unabhängig davon, welche Behandlung erfolgt, parallele präventive Maßnahmen sind essenziell:
- Konsequenter Sonnenschutz:
- Breitband-Sonnenschutzmittel (LSF 50) täglich auftragen.
- Direkte Sonneneinstrahlung, besonders zur Mittagszeit, vermeiden.
- Sanfte Hautpflege:
- Irritierende Inhaltsstoffe meiden, um Entzündungen und postinflammatorische Hyperpigmentierungen zu verhindern.
- Gesunde Ernährung:
- Antioxidantienreiche Lebensmittel (Vitamin C, E, Beta-Carotin) unterstützen die Hautgesundheit.